Montag, 15. Oktober 2018
Notruf : 112

24 Stunden-Schicht für die Jugendfeuerwehr Cremlingen

Den Alltag von Berufsfeuerwehrleuten selbst einmal nachempfinden, konnten kürzlich 13 Jungen und Mädchen im Alter von 10 – 16 Jahren, der Cremlinger Jugendfeuerwehr - 24 Stunden lang hatte der Nachwuchs „Dienst“ im Feuerwehrgerätehaus.

Zwar üben die Jungen und Mädchen, während ihrer Jugendfeuerwehrzeit, regelmäßig den Löschangriff und alles was dazu gehört, sie nehmen an Wettkämpfen teil und sind auch sonst immer fleißig bei der Sache, doch sich in einer realistischen Situation zu bewähren, ist etwas Anderes.
Und genau diese Situation, wollten die Betreuer darstellen.
„24-Stunden-Dienst in einer Berufsfeuerwehr“ – dieses Szenario erforderte zunächst aber eine gründliche Vorbereitung.

Vor den Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr standen erlebnisreiche Stunden. Sichtlich aufgeregt, erwarteten sie den Beginn dieser spannenden Aktion. Ortsbrandmeister Matthias Buhse ließ es sich nicht nehmen, dieses etwas andere Freizeit-Projekt persönlich zu eröffnen. Der 24-Stunden-Dienst konnte beginnen.

Ein Bereitschaftstag in einer Berufsfeuerwehr sollte simuliert werden - mit normalem Dienstablauf, Sport, Ausbildung, Mahlzeiten, Fahrzeug- und Gerätehauspflege, Nachtruhe und selbstverständlich verschiedenen Einsätzen. Aber auch der Spaßfaktor war einkalkuliert.

„Anliegen dieses Projektes ist, unsere Jugendfeuerwehrmitglieder unter Beachtung der für sie gültigen Unfallverhütungsverordnung (UVV) mit dem Alltag der Feuerwehr vertraut zu machen. Es ist ein Training zur Förderung von Teamfähigkeit, dem Abrufen von Erlerntem, selbstständigem Erkennen von Gefahrensituationen und richtigem Verhalten am Einsatzort", beschrieb Jugendwart Michael Schmedt die Aufgabenstellung.

Die Jungen und Mädchen wussten allerdings nicht, was auf sie zukommt. Zunächst einmal wurde das Frühstück im Schulungsraum vorbereitet um gestärkt in den Tag starten zu können. Dann schrillte um 09.00 Uhr erstmals, die Alarmglocke im Gerätehaus und aus der dort eingerichteten Leitstelle kam die Einsatzalarmierung: Ölspur.

Vor Ort hatten Kameraden der Einsatzabteilung eine Ölspur simuliert.  Als die „Berufsfeuerwehr“ am Einsatzort eintraf, wurde die Einsatzstelle abgesperrt und das Öl mit Ölbindemittel aufgenommen.

Doch das sollte nicht der einzige Einsatz bleiben. Nach dem Frühstück wurde erneut Alarm ausgelöst. Dieses Mal hieß es Brandmeldereinlauf Gemeinde Verwaltung Cremlingen. Nach Erkundung der Einsatzstelle stellte sich schnell heraus, dass es ein Fehlalarm war.

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Kurze Zeit später, ging schon wieder ein Notruf ein. Verkehrsunfall bei REWE „OST“. Gegen ‎11:50 Uhr fuhr der Fahrer eines Fords, aus noch ungeklärter Ursache mit seinem Fahrzeug gegen einen Pallettenstapel. Die Lage mit zwei eingeklemmten Personen, erforderte schnelles Handeln. Der Fahrer und seine Beifahrerin, wurden bei dem Unfall leicht verletzt und mussten mit Schere und Spreizer befreit werden.

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Um 15:25 Uhr liefen drei Einsätze zeitgleich ein. Somit musste der Löschzug aufgeteilt werden. Das TLF 16/25 fuhr zu einem Flächenbrand zum Stillen Winkel. Die Besatzung des TLF´s löschte den Brand mit Hilfe von mehreren C-Strahlrohren. Das LF 24 hatte die Einsatzmeldung „Verdächtiger Rauch“. Dies stellte sich nach Erkundung als Fehlalarm heraus. Und das HLF 20 fuhr zur einer technischen Hilfe Einsatz „Tier auf Baum“. Mit Hilfe der 4-teiligen Steckleiter, wurde das Tier vom Baum gerettet.

Kurz nach dem Abendbrot lief ein Großalarm in der Feuerwache Cremlingen ein. Einsatzstichwort „Scheunenbrand“. An der Einsatzstelle angekommen brannte die Scheune im Moorbusche. Ein Löschangriff über 5 – C Rohre und den Monitor wurde aufgebaut. Der Totalverlust der Scheune konnte verhindert werden.

Die Einsatzklamotten waren gerade so trocken geworden, da ging schon wieder der Alarmgong. Eine Person war als vermisst gemeldet worden und musste im Waldstück zwischen Cremlingen und Schulenrode gesucht werden. Hier kam erschwerend hinzu, dass es mittlerweile schon dunkel war. Suchschweinwerfer und die Wärmebildkamera wurden eingesetzt und bereits nach 30 Minuten war die vermisste Person gefunden. Nach diesen aufregenden Stunden, hatte man sich natürlich viel zu erzählen und ans Einschlafen war so schnell nicht zu denken. Selbstverständlich wurde die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen, zu keiner Zeit außer Acht gelassen.

Doch am nächsten Morgen hieß es schon wieder um 7:00 Uhr aufstehen und Frühstück vorbereiten, da um 8:30 Uhr alle Eltern der Jugendfeuerwehrmitglieder zum Frühstück eingeladen waren.

Für alle Beteiligten, waren es auf jeden Fall aufregende 24 Stunden. Auch wenn es in diesem Fall nur ein Spiel war – die Einsätze haben alle sehr ernst genommen. Und ganz sicher, haben die Kids der Jugendfeuerwehr in diesen 24 Stunden viel gelernt. "Mein Betreuerteam und Ich waren jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis, dieses besonderen Freizeit-Projektes der Cremlinger Feuerwehr. Der Feuerwehrnachwuchs, würde das Ganze am liebsten gleich noch mal wiederholen.", so Jugendfeuerwehrwart Michael Schmedt.

"Ich bedanke mich beim Ortsbrandmeister Matthias Buhse und seinem Stellvertreter Manolito Meyer 
für die Erlaubnis, diesen 24 Std-Dienst durch führen zu dürfen.
Außerdem bedanke ich mich bei meinen gesamten Betreuerteam
Nico Johan, Joel Meyer, Manuel Birke, Mark Poßekel,, Konrad Segger, Martin Maco und Nico Geger für die gute Ausarbeitung und durchführung des gesamten Tages.", so Schmedt weiter.

Ein großes Dankeschön gilt außerdem unseren Unfalldarstellern Timo Walter, Sandra Schroeder und Henning Schulte.
Für das Unfallauto Alexander Kohnert, Tobias Breske für Fotos und Zeitungsbericht, denjenigen, die uns an ihren Objekten unsere Einsätze durchführen ließen: Thomas Macke für REWE „OST“ und Bernd Weber-Schönian.

Für die großzügige Verpflegungsspende bedanken wir uns rechtherzlich bei Thomas Macke (REWE „OST“ Cremlingen) und Ulli Schwarze (Foto Schwarze Weddel und Cremlingen-online)

Von der Jugendfeuerwehr sowie dem Ortskommando ein großes Dankeschön an alle Beteiligten und Unterstützer der Aktion!